Logo der Universität Wien

Das Bewegte Wohnzimmer

Im Rahmen von Migration und kultureller Diversität kommt der politischen Mobilisierung von Zugehörigkeit große Bedeutung zu. Politische Akteure, insbesondere jene mit deutlichem Anti-Immigrationsprofil, nutzen die Zugehörigkeitsrhetorik zur Inklusion bzw. Exklusion, zur Formulierung ausgrenzender Politik. Und auch im alltäglichen Zusammenleben werden Konflikte zunehmend entlang ethnischer, religiöser und kultureller Differenzen gedeutet. Vor diesem Hintergrund möchte dieses Projekt dazu beitragen, a) die Art und Weise der Mobilisierung von subjektiven, emotionsbeladenen Zugehörigkeiten im konkreten sozialen und räumlichen Umfeld besser zu verstehen und b) den Zusammenhang zwischen mobilisierten Zugehörigkeiten und Grenzziehungen und -verschiebungen zu erkennen und zu reflektieren.

Dafür wird das Projekt eine Methodologie an der Schnittstelle von Kunst und Wissenschaft entwickeln. Ein Wiener Gemeindebau, unter dem Blickwinkel von Zugehörigkeit und Heimat vielfach interessant, ist das empirische Untersuchungsfeld. Klassischen sozialwissenschaftlichen Methoden werden mit einer künstlerischen Intervention zusammengeführt – ausgewählte Gruppen von BewohnerInnen werden in einem von KünstlerInnen geschaffenen Wohnzimmer Gegenstände bewegen. Dies erlaubt eine visuelle Repräsentation von Zugehörigkeit: Die Objekte werden Teil einer „Sprache“, mit der sich die BewohnerInnen ausdrücken.

Dieses Setting verkörpert die wichtigste Schnittstelle von Kunst und Wissenschaft und macht das Projekt innovativ. Es ist ein physischer Raum zwischen öffentlich und privat, in dem materielle Gegenstände bewegt werden, aber auch ein „hyperkultureller Raum“, in dem imaginierte Grenzen überbrückt, verschoben oder verstärkt werden. Mit und in diesem Raum im Gemeindebau werden KünstlerInnen, SozialwissenschaftlerInnen und BürgerInnen gemeinsam neue Erkenntnisse über Zugehörigkeiten hervorbringen.

Das Projekt 'Living Rooms: The Art of Mobilizing Belonging(s)'  (Deutsch: 'Das bewegte Wohnzimmer') wird aus dem Art(s)&Sciences Call 2009 des Wiener Wissenschafts-, Forschungs- und Technologiefonds (WWTF) gefördert. Das Projekt  läuft von Mai 2010 bis Mai 2012.


Projektpartner:

Universität Wien, Institut für Politikwissenschaft
•    Univ.-Prof. Dr. Sieglinde Rosenberger (Projektleiterin)
•    Dr. Julia Mourão Permoser

Universität für Angewandte Kunst
•    DI Florian Bettel
•    Mag.art Julia Rosenberger

Demokratiezentrum Wien
•    Mag. Gertraud Diendorfer
•    Dr. Elisabeth Röhrlich

Gangart
•    Mag.art Simonetta Ferfoglia
•    Heinrich Pichler

Universität Wien | Universitätsring 1 | 1010 Wien | T +43-1-4277-0